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14.Mai 2018

Weil es die Armen gibt, müssen wir eine Option ergreifen für Gerechtigkeit und Frieden.

Gestern ging unter dem Motto  „Suche Frieden“ der 101. Deutsche Katholikentag zu Ende. Gemeinsam mit dem Münsteraner Institut für Theologie und Politik lud die Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen zu einer Podiumsdiskussion „Unvollendeter Aufbruch? – 50 Jahre Medellin – 50 Jahre Kirche der Armen“ ein.

Die Vertreter der lateinamerikanischen Kirche sahen in Bischofssynode von Medellin im Jahre 1968 eine „Kopernikanische Wende“ der Kirche, weil hier vor 50 Jahren nach dem Zweiten Vaticanum der wohl radikalste Schritt gemacht wurde, die befreiende Botschaft des Evangeliums in die konkrete Wirklichkeit des Volkes Gottes zu übersetzen. Gegen alle Repressalien der vergangenen Jahrzehnte, die zum großen Teil auch von der kirchlichen Hierarchie selbst ausgegangen seinen, habe der Geist von Medellin über die Zeit hinweg überlebt. Heute, so Nidia Arobo Rodas, Vertreterin einer indigenen Organisation aus Ecuador, hätten sich die Herausforderungen gewandelt: Nach einer „eurozentrischen“ Perspektive kirchlichen Handelns, folgte eine „anthropozentrische“. Nun brauche es eine „kosmozentrische“ Perspektive, welche vorrangig die Bewahrung der Schöpfung im Blick hat. Das ist auch die Sicht der Enzyklika Laudato si´ von Papst Franziskus, die die Schöpfung als ein gemeinsames Gut auffasst. Maria Klemm, eine von der Kirche der Armen inspirierte deutsch-schweizerische Theologin, merkte kritisch an, dass es derzeit (auch auf dem Katholikentag) die Tendenz gebe, die Frage des Friedens der Gerechtigkeitsfrage überzuordnen. Dagegen sollte das befreiungstheologisch stets vorausgesetzte Prinzip gelten: „Kein Friede ohne soziale Gerechtigkeit!“ Abschließend appellierte der brasilianische Religionswissenschaftler Alberto Moreira, die Botschaft einer befreienden Theologie Medellins auch in den heute kleiner gewordenen Keimzellen beharrlich in die Zukunft zu tragen.

Marco Sorace Kommentieren 0 Kommentar(e)

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